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Lina Krawietz im Porträt

„Der Mehrwehrt entsteht im Wir. Es geht nicht nur um den IQ, sondern den WeQ.“

Lina Krawietz, Mitgründerin und Geschäftsführerin bei This is Legal Design, berichtet über die Zukunft juristischer Berufe, den Stellenwert von Teamarbeit und wie sie „den“ Job für sich gefunden hat.

Liebe Lina, Du bist Legal Designerin sowie Mitgründerin und Geschäftsführerin bei This is Legal Design und Co-Chefredakteurin der Zeitschrift REthinking Law. Zuvor hast Du als Customer Success Managerin in einem Legal Tech Unternehmen und als Design Thinkerin bei SAP gearbeitet. Wie bist Du als Juristin zum Design Thinking und zum Legal Design gekommen?

Es war auf jeden Fall kein einfacher und ein sehr ungewöhnlicher, aber auch schöner Weg.

 

Nach dem ersten Staatsexamen ist mir bewusst geworden, dass in den Rechtswissenschaften ein wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit einfach nicht aufblühen konnte. Ich wollte gerne etwas Kreatives und Innovatives machen. Durch mein Studium an der Universität Potsdam kannte ich das Hasso-Plattner-Institut (HPI), das auf dem gleichen Campus angesiedelt war. Ich wusste auch, dass alle möglichen Absolvent*innen anderer Studiengänge an der HPI School of Design Thinking ein Zusatzstudium in Design Thinking absolvierten. Dass sich auch Jurist*innen dem Thema Design Thinking widmen, war zu dieser Zeit noch völlig unüblich.

Obwohl ich davon ausgegangen bin, dass ich als Juristin niemals an dieser Innovationsschule angenommen werden würde, habe ich mich beworben. Zu meiner Überraschung hat es doch geklappt und ich durfte in ein aufregendes, alles veränderndes Jahr starten. Im Laufe von zwei stark praxisorientierten Semestern ging es darum, den Design Thinking Ansatz nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern auch direkt anzuwenden. In interdisziplinären Teams hatten wir die Gelegenheit, mit Hilfe von Design Thinking echte innovative Produkte und Lösungen für externe Organisationen und Unternehmen zu entwickeln.

Mit Jura hatte ich damit gewissermaßen abgeschlossen und so erstmal angefangen, bei SAP im Bereich der Softwareinnovation zu arbeiten. Als dann plötzlich das Thema Legal Tech im deutschen Rechtsmarkt immer präsenter wurde, wurde mir klar, dass sich Recht und Innovation vielleicht doch nicht ausschließen. Im Gegenteil: Nichts schien mir auf einmal naheliegender als Recht, Tech und Design miteinander zu kombinieren. Design Thinking und die Gestaltung von Software waren für mich bereits untrennbar. Durch Legal Tech spielte nun auch mein juristischer Hintergrund wieder eine wichtige Rolle. Diese Kombination ergab mit einem Mal Sinn.

Legal Design steckte damals noch in den Kinderschuhen. 2017 bin ich darauf gestoßen, dass ein globales Legal Design „Grassroot Movement“ begonnen hatte. Einige Menschen trieben Projekte voran, die sich genau an dieser Schnittstelle zwischen Recht, Innovation und Design bewegten. 2016 hatte bereits der erste Legal Design Summit in Helsinki stattgefunden – ein Treffen der globalen Legal Design Community. Die Teilnehmenden kamen aus Südafrika über Helsinki bis nach Kalifornien. 2019 sollte ich selbst daran teilnehmen.

Angesichts des Fortschritts im Bereich Legal Innovation zog es mich also nach einem Jahr bei SAP zurück in den Rechtsmarkt. Ich beschloss, das Referendariat in Berlin zu machen und meine Stationen so zu gestalten, dass sie einen möglichst großen Bezug zu Innovations- und Digitalthemen hatten. Für die Strafstation wollte ich eigentlich gerne zur Staatsanwaltschaft in die Abteilung für Cyberkriminalität, kam aber stattdessen in die Abteilung für Wirtschaftsstrafrecht. In der Verwaltungsstation war ich im Ausschuss Digitale Agenda des Bundestages. Die Anwaltsstation absolvierte ich in einer Kanzlei, die sich auf IP/IT-Recht spezialisiert hatte und für die Wahlstation wählte ich ein Legal Tech Startup für Dokumentenautomation- und Knowledge-Management, in dem ich auch parallel arbeitete.

Je tiefer ich in die Legal Tech Welt eintauchte, desto klarer wurde mir allerdings: Hier fehlt das Designelement. Man befasste sich vor allem damit, was mit Blick auf neue Softwarelösungen rechtlich und technisch möglich war. Von einer ganzheitlichen, menschzentrierten Herangehensweise an Innovation war man noch weit entfernt. Das wollten wir ändern. Mit „Wir“ meine ich meine langjährige Freundin, Alisha Andert sowie Joaquín Santuber, beides Jurist*innen mit Design Thinking Spezialisierung – Alisha habt ihr ja auch schon interviewt. Gemeinsam gründeten wir 2018 This is Legal Design. Da Legal Design in Deutschland noch sehr unbekannt war, starteten wir erstmal als Think Tank. Wir erforschten, wie sich Designansätze auf die Gestaltung juristischer Themen und Kontexte übertragen ließen. 2019 nahmen wir dann unsere Tätigkeit als auf den Rechtsbereich spezialisierte Innovationsberatung auf.

Wie darf man sich Deinen Arbeitsalltag vorstellen?

Mit This is Legal Design beraten wir die Rechtsbranche bei der Gestaltung und Implementierung nutzerzentrierter, innovativer Lösungen – analog und digital. Dabei entstehen z.B. effiziente Prozesse, effektive Kommunikation und digitale Tools. Wie mein Alltag konkret aussieht, hängt natürlich immer von den Projekten ab, an denen wir gerade arbeiten. So haben wir beispielsweise im vergangenen Jahr für HUGO BOSS den Influencer Contracting Prozess verschlankt und die dazugehörigen Vertragsdokumente vereinfacht. Für die Rechtsabteilung der Implenia AG haben wir Richtlinien zugänglicher gestaltet und, wo sinnvoll, in Self-Service Tools übersetzt. Für die Wirtschaftskanzlei GSK Stockmann durften wir, in Zusammenarbeit mit der Legal Designerin Astrid Kohlmeier, eine nutzerfreundliche, digitale Plattform zur Unterstützung von Mietvertragsprozessen designen. Über derartige Projekte hinaus bieten wir auch einzelne Legal Design Workshops und Trainings an, für die wir regelmäßig zu unseren Kund*innen reisen. Dadurch sind meine Tage sehr vielseitig und abwechslungsreich.

Zu meinen Aufgaben gehört, dass ich Aufträge akquiriere, Angebote schreibe, mit meinem Team Workshops und Nutzerrecherchen durchführe und auswerte. Ich entwickle Ideen, designe analoge und digitale Prototypen und teste diese mit Nutzer*innen. Basierend auf den dabei gewonnenen Erkenntnissen werden die ursprünglichen Ideen weiter ausgebaut, sodass sie bei unseren Kund*innen implementiert werden können. Wie ein Projekt im Einzelnen abläuft, variiert je nach Kund*in, Problemstellung und Zielgruppe.

Wir gehen Innovationsvorhaben immer möglichst ergebnisoffen an. Die Arbeitsergebnisse ähneln sich insofern, als dass wir am Ende eine innovative und vor allem nutzerfreundliche Lösung finden, die wirklich funktioniert. Das Schöne an Legal Design ist, dass wir in unterschiedlichen Teamkonstellationen arbeiten, je nachdem welche Expertise in einem Projekt konkret benötigt wird. Diese Art der interdisziplinären Zusammenarbeit und die unterschiedlichen Perspektiven, die wir einbinden, ermöglichen es uns, ganzheitliche Produkte zu schaffen, mit denen die Mandant*innen von Rechtsabteilungen und Kanzleien wirklich etwas anfangen können. Der Mehrwert entsteht im Wir. Das habe ich auch schon am HPI gelernt: Es geht bei uns nicht nur um den IQ, sondern um den WeQ.

Manchmal mutet es so an, als ob Legal Tech den Anwält*innenberuf durch Automatisierung überflüssig machen könnte. Welche Auswirkungen haben Legal Design und Legal Tech Deiner Meinung nach in Zukunft auf juristische Berufe?

Ich glaube nicht, dass Legal Tech die Anwaltschaft ersetzen wird. Ja, die alltäglichen und redundanten Aufgaben werden wegfallen. Das bedeutet aber nicht, dass Anwält*innen nicht mehr benötigt werden. Im Gegenteil: Anwält*innen könnten sich dann viel intensiver mit dem Einzelfall befassen. Sie hätten mehr Zeit, sich ganzheitlich mit den Bedürfnissen ihrer Mandantschaft auseinanderzusetzen und kreative Lösungen zu entwickeln. Vielleicht ist das aber auch nur meine Wunschvorstellung. (lacht) Ich glaube aber wirklich, dass Anwält*innen ihrer eigentlichen Aufgabe besser gerecht werden können, wenn sie sich nicht mehr mit der Formatierung von Word-Dokumenten, der Anpassung immer gleicher Textbausteine und Ähnlichem beschäftigen müssen. Sie können dann größere Dinge leisten – z.B. auch mit Legal Design.

Was würdest Du jungen Jurist*innen raten, die sich für Legal Design und Legal Tech interessieren?​

Junge Jurist*innen sollten sich frühzeitig mit Legal Design und Legal Tech auseinandersetzen! Es gibt mittlerweile zahlreiche Studierendenorganisationen, die den Zugang zu Legal Design und Legal Tech Themen fördern. Dazu gehören z.B. recode.law, eLegal oder die Munich Legal Tech Student Association (MLTech). Es ist auch sicherlich hilfreich, an Hackathons teilzunehmen. Hier hat man die Gelegenheit, verschiedene Tools kennenzulernen und direkt selber anzuwenden. Ganz allgemein empfehle ich, jede Möglichkeit zu nutzen, mit der Branche in Kontakt zu kommen: Das kann durch eine Nebentätigkeit oder auch ein Praktikum in einem Legal Tech Unternehmen geschehen. Alternativ bietet es sich an, in die Legal Tech Einheiten von Kanzleien zu schnuppern.

Auch bei This is Legal Design ist es möglich, über eine Wahlstation im Referendariat oder im Rahmen einer Nebentätigkeit die Legal Design Praxis kennenzulernen. Bisher haben sich überwiegend Frauen bei uns beworben. Das liegt wohl daran, dass wir allgemein ein sehr weiblich geprägtes Team sind.

Ansonsten bietet sich natürlich das Zusatzstudium Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut an. Man konkurriert hier mit Bewerbungen aus aller Welt und es ist vielleicht wichtig vorab zu wissen, dass die Studierenden stark selektiert werden. Wer Interesse an einer Bewerbung am HPI hat, kann sich gerne bei mir melden, um mehr über den Bewerbungsprozess und das Angebot dort zu erfahren.

 
In einem Gespräch mit einer Mentorin, meinte sie einmal zu Dir, es gebe den Job, den Du einmal haben wirst, einfach noch nicht. Übst Du mittlerweile die Tätigkeit aus, die Dir und Deinem Naturell entspricht?

Zu 100 Prozent! (lacht) Mich hat damals sehr nervös gemacht, dass es auf dem Markt erstmal keinen klar definierten Tätigkeitsbereich gab, in dem es genau auf meinen Skill-Mix ankam. Heute ist Legal Design eine absolute Schlüsselkompetenz für Legal Innovation und aus dem Rechtsmarkt nicht mehr wegzudenken. Ich liebe meinen Job und die Firma über alles. Ganz gleich wie anstrengend es teilweise ist, ein Unternehmen wie This is Legal Design aufzubauen und zu führen.

 

Ich habe durch meinen Job ein Selbstbewusstsein entwickelt, von dem ich früher nur träumen konnte. Ab dem Moment, in dem ich diese Aufgabe fand, die meinem Naturell und meinen Fähigkeiten voll entsprach, kam das wie von selbst. Bis es so weit war, hat mich der erwähnte Satz meiner Mentorin beruhigt. Ein Teil von mir wusste einfach, dass sie Recht hatte.

 

Das sind sehr unterstützende und auch aufbauende Worte. Hast Du bisher viel weibliche Unterstützung erfahren?​

Ich habe auch weibliche, aber in den ersten Jahren tatsächlich hauptsächlich männliche Unterstützung erfahren. Das hing vor allem damit zusammen, dass der Legal Tech Bereich sehr männlich dominiert war. Das wird langsam etwas besser.

Es hat auf jeden Fall sehr geholfen, dass mir viele Menschen Mut gemacht, mir Chancen eröffnet, mich inspiriert und auf meinem Weg beraten haben. Darunter z.B. Heike van Geel von SAP, Tijen Onaran, die Gründerin von Global Digital Women, meine Psychoanalytikerin, die mich jahrelang begleitet hat, und natürlich auch meine enge Freundin und Mitgründerin, Alisha Andert.

Du hast im Vorgespräch berichtet, dass Du unter dem Jurastudium sehr gelitten hast und nach dem 1. Examen heilfroh warst, diese Zeit erfolgreich beendet zu haben. Was hat Dir geholfen hier die Zähne zusammen zu beißen?​ 

Das Examen war für mich gewissermaßen eine Flucht nach vorne. Ein Zwischenziel, von dem ich wusste, dass ich nach dessen Erreichen endlich die Gelegenheit haben würde, mich neu zu orientieren. Die vielen spannenden Rollen rund um Legal Design, Innovation und Tech gab es damals in der heutigen Form noch gar nicht. Ich bin davon ausgegangen, ich hätte ausschließlich die Wahl zwischen den ganz klassischen juristischen Berufen, die mich zu der Zeit aber alle nicht angesprochen haben.

 

Ehrlicherweise hat dabei auch das Gefühl mitgespielt, ohne abgeschlossenes Jurastudium nichts „Richtiges“ geleistet zu haben und nichts wert zu sein. Das wurde mir sowohl von meiner Familie als auch im Studium immer wieder suggeriert. Ich hatte das so sehr verinnerlicht, dass es für mich gefühlt gar keinen anderen Ausweg als das Examen gab.

 

Rückblickend finde ich es traurig, dass ich mich von einem so beschränkten und falschen Gedanken habe leiten lassen. Ich war ein freier Mensch und hätte ohne weiteres jederzeit den Studiengang wechseln können. Andererseits bin ich heute so glücklich und erfüllt durch meine Tätigkeit als Legal Designerin, dass ich sagen kann, dass sich der Weg trotzdem sehr gelohnt hat. Voraussetzung dafür, dass sich die Dinge so positiv für mich entwickeln konnten, war aber, dass ich parallel zu und vor allem im Anschluss an das 1. Examen meine über Jura hinausgehenden Interessen intensiv verfolgt habe: Design, Innovation, Menschen und Technik.

Du bist im November 2020 mit dem European Women of Legal Tech Award ausgezeichnet worden. Was bedeutet Dir so ein Preis?​ 

Das war eine schöne Überraschung! Während die Award-Verleihung neben mir auf meinem iPad lief, kochte ich mir etwas. Plötzlich hörte ich meinen Namen und mein Foto erschien auf dem Bildschirm! Ich wusste, dass ich nominiert war, hatte aber nicht damit gerechnet, diesen Award auch zu erhalten. Das war eine große Ehre. Es hat sich wirklich gut angefühlt, für meine Arbeit als Legal Designerin in der Kategorie „Professional Services“ ausgezeichnet zu werden.

So ein Award leistet zudem einen wichtigen Beitrag für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Legal Tech Bereich. Insgesamt muss hier aber noch mehr passieren. Solange es normal ist, dass Panels und Konferenzen organisiert werden, auf denen überwiegend Männer auf Bühnen sitzen, um über Innovation im Rechtsbereich zu sprechen, sind wir noch nicht da, wo wir hinmüssen. Ich wünsche mir, dass für Frauen noch mehr Plattformen, Chancen und Entfaltungsmöglichkeiten geschaffen werden – weit über punktuelle Award-Verleihungen hinaus. Bei This is Legal Design merken wir immer wieder, dass sich auffällig viele Frauen dafür interessieren, bei uns zu arbeiten. Das zeigt nochmal mehr, wie förderlich die Sichtbarkeit von uns als weiblichen Führungskräften im Legal Innovation Bereich ist, um Frauen als Innovations-Talente zu gewinnen, zu fördern und zu halten.

Welche Chancen siehst Du für unsere Gesellschaft und insbesondere für junge Juristinnen, die sich gerade durch die Pandemie ergeben haben?​ 

Ich sehe eine riesige Chance darin, dass sich die Dinge drastisch verändert haben. Wir mussten als Gesellschaft schnell auf die neue Situation reagieren und uns ist das an vielen Stellen gut gelungen. Das ist eine wichtige Erfahrung! Die Rechtsbranche hat vieles gewagt, was vorher unendlich lange gedauert hätte oder zum Teil auch undenkbar gewesen wäre. Dass sich die Arbeit zu einem großen Teil in den virtuellen Raum verlagert hat, hat für viel mehr Flexibilität gesorgt. Auch in der internationalen Zusammenarbeit haben sich ganz neue Möglichkeiten der Kollaboration aufgetan und davon profitieren wir alle. Die Stunde der digitalen Welt hat geschlagen. Die digitale Welt ist dadurch größer geworden, dass sich mehr Leute in ihr wiederfinden.

Welche Juristin hat Dich so inspiriert, dass sie als Vorbild für breaking.through nominiert werden sollte? Wieso?​ 

Dr. Viktoria Kraetzig. Viktoria ist Habilitandin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und arbeitet daneben als Rechtsanwältin in der Kanzlei NORDEMANN in Berlin. Zudem schreibt sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.). Ich finde es beeindruckend, wie Viktoria ihre wissenschaftliche Forschung im Rahmen der Habilitation mit ihrer praktischen Tätigkeit als Rechtsanwältin und Journalistin vereint. Viktoria hat ihre berufliche Laufbahn als Justiziarin der F.A.Z. begonnen, so dass sie auch schon Erfahrungen als Juristin in einem Unternehmen gesammelt hat. Sie ist vor allem spezialisiert auf Urheber-, Kunst- und Presserecht. Als Prozessvertreterin plädierte sie mit nur 29 Jahren das erste Mal vor der großen Kammer des EuGH und wurde auch deshalb 2021 als „Most Influential Woman of IP“ ausgezeichnet. Sie publiziert regelmäßig in Fachpublikationen zu spannenden juristischen Fragestellungen an der Schnittstelle zu wichtigen Zukunftsthemen wie Legal Tech und NFTs. Außerdem ist sie Mitgründerin des „Salon zum geistigen Eigentum“. Das ist ein Format, in dem sie Jurist*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu Vorträgen und Diskussionen in außergewöhnlichen Locations zusammenbringt. Damit ermutigt sie andere Frauen, sich einzubringen. Besonders inspirierend finde ich, wie professionell, vielseitig und mit wieviel Leidenschaft Viktoria ihre herausragende juristische Expertise zum Einsatz bringt. Sie ist für mich ein absolutes Vorbild und motiviert mich jeden Tag darin, meine eigenen Ziele mit voller Kraft zu verfolgen.

 

Außerdem möchte ich an dieser Stelle unbedingt auch noch Astrid Kohlmeier nennen. Astrid ist in Deutschland eine Pionierin, wenn es um Legal Design geht. Als Rechtsanwältin und studierte Mediendesignerin hat sie diese beiden Disziplinen schon vor vielen Jahren wie selbstverständlich miteinander verbunden – lange bevor Legal Design überhaupt ein Begriff war. Heute berät sie unter der Brand AK | Legal Design Rechtsabteilungen und Anwaltskanzleien beim Entwickeln passgenauer, nutzerzentrierter Lösungen und innovativer Dienstleistungen. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf Vertragsdesign, Legal Operations- und Prozessdesign sowie der digitalen Transformation. Sie ist zudem Autorin, Speakerin, Mitglied und Dozentin der Executive Faculty für Legal Design und Innovation am Bucerius Center on the Legal Profession und Mitbegründerin des „Liquid Legal Institute e.V.“. 2021 hat sie zusammen mit der australischen Legal Designerin Meera Klemola „DAS LEGAL DESIGN BUCH“ veröffentlicht. Das erste Standardwerk zu Legal Design, das in deutscher Sprache erhältlich ist und einen wichtigen Beitrag dazu leistet, Legal Design als Innovationsansatz zugänglich und greifbar zu machen. In den vergangenen Jahren hatte ich zahlreiche schöne Gelegenheiten, mit Astrid an spannenden Projekten zusammenzuarbeiten. Ich bin bis heute immer wieder aufs Neue inspiriert von ihrer langjährigen Erfahrung und Kreativität!

Vielen Dank für das spannende Interview!

Berlin / Hamburg, 20. Mai 2022. Das Interview führte Karen Kelat.

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